Wie funktioniert der Buchdruck?

Eine Buchdruckerei produziert unsere Bücher - welche Verfahren gibt es und wie arbeiten sie?

Wie funktioniert der Buchdruck?

Lettern aus Metall mit dem Spiegelbild der Schrift

Wie funktioniert der Buchdruck?

Eine historische Druckpresse

Wie funktioniert der Buchdruck?

Eine moderne Druckmaschine

Bücher sind Teil unseres Lebens, sie begleiten uns von klein auf. Vom ersten Vorlesebuch zum Ausmalbuch, vom Schulbuch bis zum spannenden Roman - Bücher bieten Wissen und Unterhaltung. Aber wie werden Bücher eigentlich hergestellt?

Bücher konnten sich erfolgreich verbreiten, weil sie kostengünstig, schnell und in großer Stückzahl hergestellt werden konnten und damit die handschriftlichen Textsammlungen (auf Papyrus, Pergament und ab dem 14. Jahrhundert auf Papier) die ähnlich wie heutige Bücher ebenfalls gebunden wurden, ablösen konnten. Diese Entwicklung begann mit der Erfindung des Buchdrucks durch Johannes Gutenberg um das Jahr 1450.

Gutenbergs Erfindung bestand im wesentlichen aus metallischen Lettern (Drucktypen, Schriftzeichen), die vom Schriftsetzer in einem Kasten zeilenweise so angeordnet werden, daß sie ein spiegelbildliches Abbild des Druckergebnisses anzeigten. Dieser Kasten heißt Winkelhaken. Für eine gute Lesbarkeit des Textes müssen Abstände (Ausschluß) zwischen den Zeichen bzw. den Wörtern eingebaut werden. Lettern gibt es in verschiedenen Schriftarten. Die Lettern werden in einem speziellen Behälter, dem Setzkasten, aufbewahrt. In diesem befinden sich nur Lettern derselben Schriftart.

Ein fertig zusammengesetzter Text aus Lettern ergibt die Druckform. Die Druckerpresse überträgt dann den Text mittels Farbe, welche auf die Druckform aufgebracht wird, auf das Papier. Die Druckerpresse bestand in der Anfangszeit des Buchdrucks aus einer einfachen Spindelpresse.

In der modernen Drucktechnik gibt es mehrere Druckverfahren, die zum Einsatz kommen können:

Hochdruck
Das Hochdruckverfahren ist das älteste Verfahren, welches auf dem Prinzip Gutenbergs basiert. Die zu druckenden Teile sind höher als die nicht zu druckenden angeordnet. Nur diese erhabenen Teile werden mit Druckfarbe bedeckt und so können auch nur sie Farbe auf das Papier bringen.

Tiefdruck
Beim Tiefdruck sind die zu druckenden Teile auf einer Metallplatte vertieft angeordnet. Die Vertiefung entsteht durch mechanische Gravur oder chemische Ätzung. Die gesamte Metallplatte wird mit Farbe überzogen, anschließend wird die überflüssige Farbe, die sich in den nicht zu druckenden Bereichen befindet, wieder abgestrichen. Der Fachbegriff dafür heißt "rakeln". Die Farbe in den Vertiefungen verbleibt dort. Durch Druckzylinder wird die Farbe nun auf das Papier übertragen.

Flachdruck
Die Druckplatte ist vollkommen eben und wird mit chemischen Mitteln so behandelt, daß sie nur dort Farbe annimmt, an denen sich der zu druckende Bereich befindet. Nur diese Bereiche können dann Farbe auf das Papier übertragen.

Durchdruck
Beim Durchdruck wird durch eine Schablone aus farbdurchlässigem Material gedruckt. Dieses Verfahren wird auch Siebdruck genannt.

Digitaldruck
Moderne Druckverfahren ohne Druckplatte können schnell und in guter Auflösung drucken. Zu diesen Verfahren gehören der Laserdruck und das Tintenstrahlverfahren. Für große Auflagen sind sie aus Kostengründen nicht geeignet. Kleine Buchauflagen ("book on demand") lassen sich damit schnell und effizient herstellen.

Buchbinderei
Die Fertigestellung eines Buches umfaßt alle Arbeitsschritte vom Falzen der Druckbogen, Zusammenheften und Beschneiden sowie der Herstellung des Buchdeckels.



Foto 1: © tiltshift - Fotolia.com (Drucklettern)
Foto 2: © Tetiana Zbrodko - Fotolia.com (antike Druckmaschine)
Foto 3: © Alterfalter - Fotolia.com (moderne Druckmaschine)



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