Ebbe und Flut: wie entstehen die Gezeiten?

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Ebbe und Flut entstehen durch den Mond! Aber warum kommen beide zweimal am Tag?

Ebbe an der Küste: Pause für manche Boote!
Ebbe an der Küste: Pause für manche Boote!

Erde und Mond rotieren umeinander
Erde und Mond rotieren umeinander

Wir kennen Gezeiten vielleicht von unserem letzten Urlaub am Meer: Ebbe und Flut wechseln einander ab und sorgen dafür, daß das Meer mal sehr nah, dann wiederum weit weg ist. Bei einer flachen Küste entsteht so eine Landschaft, die wir Wattenmeer nennen. Viele Kinder haben schon einmal gehört, daß Ebbe und Flut mit der Wirkung des Mondes zusammen hängen. Damit haben sie Recht!

Es dauert etwas mehr als 6 Stunden, in denen das Wasser steigt und die Flut kommt. Danach fällt das Wasser wieder 6 Stunden, die Ebbe naht. Die Zeitdauer von einer Ebbe bis zur nächsten ist immer gleich: sie beträgt etwa 12 Stunden und 25 Minuten. Wir wissen, daß der Tag 24 Stunden hat. Das bedeutet, daß sich das Auftreten von Ebbe und Flut täglich um den Unterschied von 2 mal 25 Minuten proTag (=50 Minuten) verschiebt. Daher erleben Urlauber diese Gezeiten jeden Tag ein bißchen anders: in zwei Urlaubswochen haben sich der Beginn von Ebbe und Flut völlig verschoben und möglicherweise haben sich unsere Strand- und Badegewohnheiten täglich ein bißchen geändert.

Was hat der Mond nun mit Ebbe und Flut zu tun? Erde und Mond umkreisen einander. Das dauert etwas mehr als 27 Tage. Gleichzeitig rotiert die Erde um ihre eigene Achse, das dauert 24 Stunden. Da der Mond nicht sehr klein gegenüber der Erde ist, bewegen sich beide aufgrund der Schwerkraft um einen gemeinsamen Mittelpunkt. Auf der Seite der Erde, die dem Mond zugewandt ist, wirkt die Anziehungskraft des Mondes. Diese "zieht" das Wasser der Meere zu sich und erzeugt so die Flut.

Es wirkt nicht nur die Anziehungskraft des Mondes, sondern auch die Fliehkraft. Auf der anderen Seite der Erde ist die Anziehungskraft des Mondes viel schwächer und es wirkt diese Fliehkraft. Wir erinnern uns, Erde und Mond umkreisen einander (wie zwei Tänzer, die sich an den Händen halten und sich drehen). Auf der dem Mond abgewandten Seite der Erde ist die Fliehkraft am stärksten und möchte das Wasser der Meere "abstoßen" (wie in einer Wäscheschleuder). So kommt es auch dort zu einer Flut.

Die Flut- und Ebbegebiete wandern mit dem Mond um die Erde herum, die Erde dreht sich unter den Flut- und Ebbegebieten.

 



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